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Weisheitszahn-OP – Die besten Tipps für’s Überleben

„Deine Weisheitszähne müssen gezogen werden“ – ein Satz den schon viele von uns hören mussten oder kürzlich gehört haben und deshalb diesen Beitrag lesen. Nachdem ich jetzt 2 Operationen hinter mir habe und sowohl gute und schlechte Erfahrungen dabei gesammelt habe, möchte ich diese gerne mit euch teilen um euch die Angst zu nehmen und euch möglichst gut auf eure OP vorzubereiten. Außerdem werde ich euch die besten Essensmöglichkeiten vorstellen und am Ende nochmal alle Tipps gesammelt zusammentragen. Anmerkung: Ich bin keine Ärztin und in diesem Beitrag handelt es sich lediglich um meine persönlichen Erfahrungen. Bei Bedenken fragt ihr bitte euren Arzt um Rat!

Meine erste Weisheitszahn-OP war im Sommer 2016. Damals verspürte ich an einem Sonntag zum Frühstück urplötzlich einen immensen Schmerz, sodass ich nichts essen konnte und die Qual so groß wurde, dass wir in die Notaufnahme fahren mussten. Kurz und knapp: ein Weisheitszahn hatte sich bemerkbar gemacht und durch den Wachstum eine offene Wunde verursacht, wodurch sich Bakterien absetzen konnten und ich eine richtig schlimme Entzündung bekam. Als ich einer Freundin erzählte, dass meine erste Zahn-OP in ein paar Tagen bevor steht, meinte sie nur sie dachte sie wären mir schon gezogen wurden. Warum? Weil meine linke Wange durch die Entzündung schon so dick war wie bei einer Schwellung nach der richtigen OP. Dadurch musste ich überhaupt erst warten bis die Schwellung zurück ging, da der Arzt mich so nicht behandeln konnte. Direkt nach der Operation hatte ich so starke Schmerzen verspürt, dass ich geschrien habe vor Schmerz. Ich bin mir aber sicher, dass mir der Arzt das Wattepad zu stark in die Wunde gestopft hatte, denn als ich es weiter vor gerückt hatte war mein Leid bei weitem besser. Die ganze Woche lag ich krank im Bett, zu nichts in der Lage und selbst als die Schwellung weg war hatte ich Schmerzen. Erst nachdem die Fäden KOMPLETT entfernt wurden, konnte ich wieder aufatmen und normal weiterleben.

Aber jetzt keine Angst bekommen – nachdem ich diese Horror-Erfahrung gemacht hatte hab ich mich umso mehr auf meine zweite OP vorbereitet, bei der alles super und problemlos verlief, da ich einige Tipps und Tricks für mich zusammengetragen hatte, die ich hier und jetzt mit euch teilen möchte.

Da ich diese schlimme Erfahrung mit der ersten OP hatte wollte ich beim zweiten Mal unbedingt die restlichen 3 Zähne auf einmal gezogen bekommen, damit ich es ein für alle mal hinter mir habe. Ich würde euch empfehlen alle auf einmal oder je 2 ziehen zu lassen (auf einer Seite, um mit der anderen noch essen/kauen zu können). Schon beim ersten Drücken auf meine Zähne bin ich zum Zahnarzt, da ich keine erneute Entzündung riskieren wollte. Ihr solltet dann auch schnell handeln, da euch ein einziger Weisheitszahn die komplette Zahnreihe verschieben kann! Und wer will schon schiefe Zähne?

Ich habe mir schon vor der OP Gedanken gemacht, wie alles ablaufen soll, damit ich dann nicht aufgeschmissen in meiner Wohnung hocke. Vorab: ich wohne alleine und habe somit niemanden in direktem Umkreis der sich um mich kümmern kann. Daher habe ich meinen besten Freund gefragt, ob er mich zu meiner Operation begleitet. Das war übrigens das Beste was man meiner Meinung nach tun kann:

1. Man kommt sicher heim (nach einer Vollnarkose oder Betäubung ist man oft ziemlich benommen)

2. Ein Zweiter kann zuhören was der Arzt für Ratschläge mit auf den Weg gibt (wie gesagt ist man nach der Operation nicht immer ganz bei Sinnen)

3. Man wird vorher abgelenkt, sodass sich keine Angst auf die bevorstehende OP ausbreitet

4. Mein bester Freund war mit im Zimmer während der Operation – ich hab mich viel sicherer und nicht so allein gefühlt. Nach der Betäubungsspritze hab ich gezittert wie noch nie zuvor und ein paar Tränen vor Angst vergossen. Er hat mich dann aber abgelenkt und zum Lachen gebracht, sodass alles halb so schlimm war und der OP-Raum mir nicht mehr wie ein Gruselkabinett sondern ein Raum mit lustigen Zahnarzt-Instrumenten und guter Laune-Musik vorkam.

5. Man hat einen Dolmetscher. Nach der Betäubung ist die Zunge so taub, dass es sich anfühlt als ob man ein gelähmtes Gesicht hat – unfähig, irgendetwas zu sagen.

Kurz vor der OP hatte ich außerdem eine Ibuprofen 600 eingenommen – da die Betäubung viel länger angehalten hatte als sie sollte war das sogar unnötig, aber allein für mein Gewissen war diese Tablette gold wert. Ich bin kein Freund von Tabletten sondern versuche immer auf natürliche Weise gesund zu werden um meinem Körper nicht zu schaden, aber bei einem derartigen Eingriff ist das total gerechtfertigt. Es stellt außerdem kein Problem dar sie vor der OP zu nehmen, da eine Ibuprofen das Blut nicht verdünnt und somit keinen Einfluss auf den Gesundheitszustand während der Operation hat (hab ich mir auf Nachfrage von der Zahnarzthelferin erklären lassen).

Jetzt kommt mein ultimativer Tipp: Arnica Kügelchen! Von diesen kleinen Kullern hatte ich vorher nie etwas gehört und auch meine Freunde hatten diese Wunderdinger nie empfohlen bekommen.

Mir wurden sie während des Besuchs in einem Sushi-Restaurant auf der Toilette von einer Zahnärztin empfohlen – Schicksal, sie dort getroffen zu haben! Ich hab mir die besagten Kügelchen direkt gekauft, da ich wie bereits erwähnt alles getan hätte, um nicht wieder die immensen Schmerzen wie bei der ersten Operation verspüren zu müssen.

Wann genau man anfangen sollte die Kügelchen einzunehmen, kann ich euch nicht genau sagen. Eine Followerin hatte mir geschrieben, dass sie eine Woche vorher bereits angefangen hatte, ich habe 1 1/2 Tage vorher begonnen und zwar mit folgender (von der Apothekerin empfohlener) Dosierung: 3X 5 Kügelchen am Tag vor der Operation (hab es morgens, mittags und abends genommen) und nach dem Eingriff stündlich 5 (6-8X täglich). Auf den Stundentakt habe ich nur grob geachtet, allerdings habe ich nicht das Maximum überschritten. Die Kügelchen sind 5 kleine weiße Minikugeln die ihr einfach in den Mund nehmt und dort zergehen lässt – sie schmecken noch dazu super lecker, einfach nach Zucker.

Natürlich kann ich nicht behaupten, dass meine Schwellung nur wegen der Arnika-Kügelchen fern bzw. niedrig geblieben ist, aber ich bin mir doch recht sicher, dass sie einen großen Teil dazu beigetragen haben. Mein persönlicher Geheim-Tipp!

Außerdem habe ich fast ununterbrochen meine Wange gekühlt. Dafür habe ich mir 10 Kompressen bestellt, damit ich immer eine zur Hand habe. Mein Zahnarzt meinte zwar man kann ruhig 1-2 Stunden Pause machen, die habe ich allerdings auf eine halbe Stunde beschränkt da mir das Kühlen ein beruhigendes Gefühl gegeben hat. Passt allerdings auf, dass ihr eurer Haut dadurch nicht schadet, gerade wenn die Kühlpacks zu kalt sind. Vor allem während der Betäubung kann man die Haut leicht verletzen, da man nicht spürt, dass man es mit der Kühlung übertreibt.
Falls ihr 2 Seiten gleichzeitig kühlen müsst oder zu faul seid das Kühlpack die ganze Zeit halten zu müssen (so wie ich), kann ich euch folgende Tipps mit auf den Weg geben: Nehmt euch ein Tuch und bindet somit das Kühlpack bzw. die Kompresse an eurem Kopf fest – somit habt ihr beide Hände frei und könnt wie gewohnt beide Hände nutzen. Tipp 2: Falls beide Seiten gekühlt werden müssen und durch das Tuch die ganze Zeit alles verrutscht, gibt es extra Masken als Kompresse die eure Wangen gut kühlen und euch ebenfalls erlauben freihändig zu arbeiten.

Nun kommen wir zur OP selbst: die Betäubungsspritze ist echt nicht schlimm, da es sich nur um ein paar Piekser handelt. Danach wird auch alles recht schnell betäubt und ihr bekommt gar nichts mehr von der Operation im Mund mit. Es gibt die Wahl zwischen Narkose und örtlicher Betäubung, wobei die Narkose natürlich ein gewisses Risiko mit sich bringt. Diese kostet allerdings im Schnitt 150 bis 300€, mein Arzt hatte mir Kosten von 90€ mitgeteilt. Als „arme“ Studentin und bewusst der Konsequenzen einer Vollnarkose, habe ich mich allerdings dagegen entschieden. Wägt vorher gut ab, ob ihr wirklich eine Vollnarkose wollt und sprecht das mit eurem Zahnarzt ab. Ich habe mit der örtlichen Betäubung rein gar nichts gespürt, also solltet ihr davor auch keine Angst haben.

Während der OP lief Musik, die mir der Zahnarzt extra angemacht hatte. Falls euer Arzt das nicht anbietet, fragt nach ob die Möglichkeit besteht Musik anzumachen oder euch einen Kopfhörer reinzustecken – mit dem anderen Ohr sollte man dem Arzt zuhören, damit man den Mund beispielsweise immer weit genug offen hat. Natürlich kein Muss, allerdings hat mir persönlich die Musik eine angenehmere und lockerere Atmosphäre erschaffen.

Der erste Zahn war schon nach kurzer Zeit draußen und erst als der Arzt Nadel und Faden in die Hand nahm, hab ich die Augen verschlossen – nach dem Motto „Aus den Augen aus dem Sinn“. Zu sehen was der Arzt da treibt ist nicht sonderlich förderlich wenn man ein Angstpatient ist oder sich keine Horrorszenarien ausmalen möchte. Wer die Augen verschließt und im Mundbereich durch die Betäubung nichts spürt hat die Operation deutlich angenehmer und schneller hinter sich. Ich hab einfach der Musik zugehört, mich zurück gelehnt und ruhig und flach geatmet.

Nach dem Zähne ziehen bin ich mit dem Uber heim gefahren, um körperliche Anstrengung zu vermeiden und daheim direkt weiter kühlen zu können.

Anschließend habe ich versucht die meiste Zeit zu schlafen oder Serien zu schauen. Als die Betäubung endlich nachgelassen hat hab ich Kartoffelpüree und jede Menge Eis gegessen (man gönnt sich ja sonst nichts) – aber Achtung: eine Followerin hat mir den Rat gegeben, an den ersten Tagen keine Milchprodukte zu essen. Ich hab dann recherchiert und es handelt sich dabei um ein sehr umstrittenes Thema. Lasst die Kuhmilch einfach bestenfalls weg und vergesst nicht mit einer antibakteriellen Mundspülung alle Keime aus dem Mundraum wegzuspülen.

Schlaft außerdem auf dem Bauch, da ihr durch die Betäubung unglaublich viel sabbert!

Die Operation verlief also super schnell, problemlos und schmerzfrei ab – yey! Die folgenden Tage waren für mich mehr als wünschenswert: ich hatte weder Schmerzen noch eine sichtliche Schwellung. Ich konnte normal reden, essen und mich mit Freunden treffen und unterhalten – trotzdem habe ich aus Vorsicht meine Zeit die ersten paar Tage zu Hause verbracht. Mit Essen hatte ich bereits vorgesorgt, da ich durch meine erste OP davon ausging, nichts festes zu mir nehmen zu können. Deshalb hier die besten Tipps für Essen:

Essen während der Weisheitszahn-OP

Deftig:

  • Kartoffelpüree
  • Klare Brühen und Suppen
  • Brot ohne Rinde ( aufgeweichtes Brötchen
  • püriertes Gemüse
  • Rührei
  • weichgekochte Nudeln
  • weichgekochter Reis

Süß:

  • püriertes Obst
  • Apfelmus
  • Milchreis
  • Babybrei
  • Joghurt/Pudding
  • Eis
  • Suppe

Getränke

  • stilles Wasser
  • (lauwarmer) Tee – vor allem Kamillentee, der wirkt beruhigend
  • Tipp: keine Fruchtsäfte (können geronnenes Blut lösen), keine heißen Getränke

Zusammengefasste Tipps:

  • Krankschreibung nicht vergessen!
  • Arnika-Kügelchen D6
  • Ibuprofen 600/800
  • Strohhalm für die Nahrungszuführung
  • Kühlpacks vorbereiten
  • Kühlpacks für ganzes Gesicht
  • Nehmt euch eine Begleitperson mit zur Behandlung!
  • während Betäubung aufpassen, dass die Haut nicht verletzt wird
  • Gut kühlen und immer mal pausieren
  • 2 Wochen kein Sport
  • kein Alkohol, Nikotin und Koffein zu sich nehmen

Ich hoffe wirklich, dass ich euch weiterhelfen konnte und dass ihr eure OP genau so gut übersteht wie ich. Ansonsten denkt immer daran: Milliarden von Menschen mussten das auch schon durchstehen, und haben es auch geschafft. Dann wirst du es auch schaffen! Nimm dir die Woche Zeit für dich selbst, suchte deine Lieblingsserie, iss dein Lieblingseis und genieße die Auszeit von Schule, Arbeit oder jeglichem anderen Stress. Jetzt vermisse ich meine OP schon fast!

Für weitere Infos habe ich euch diesen Link herausgesucht, wo ihr mehr Infos bezüglich der Weisheitszahnentfernung von einem professionellen Zahnarzt erhaltet.

Habt ihr noch weitere Tipps? Und was für Erfahrungen habt ihr mit eurer Weisheitszahn-OP? Ich freu mich schon auf eure Kommentare! 🙂

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